Leben
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Mal mehr, mal weniger hochsensibel?

hochsensibel

(Hoch)Sensibel zu sein, bedeutet NICHT, dass sich diese tollen Menschen ununterbrochen wie ein überfordertes Häufchen Emotionselend durch die Welt schleppen. Ja, Überforderung spielt eine Rolle und Emotionen… oh ja… die gibts. Und das ist großartig!

 

Diese tolle Eigenschaft hochsensibler Menschen (eine, der vielen), besonders tief und mehr zu empfinden und intensiver auf Wahrnehmungen zu reagieren, muss nicht 24/7 gleichbleibend sein. Und ist es auch meist nicht.

Ich spüre mittlerweile sehr genau, wenn meine Schleusen besonders weit offen stehen. Wenn keine Aufprallabsorbtionsschaummatten meine Seele schützen. Wenn… na ihr versteht schon. Und diese Empfindungsschwankungen sind vollkommen normal, weil so viele verschiedene Dinge, NATÜRLICH auch Hormone etc., Einfluss auf unser emotionales Erleben haben. Hochsensibel oder nicht.

Bei mir beginnt diese Phase, die ein paar Stunden aber auch ein paar Tage gehen kann, oft durch noch intensivere Träume. Denn auch diese sind zwar immer, wenn ich sie erinnere, sehr lebhaft, aber in dieser Zeit nochmal besonders auf- und durchwühlend. Sollte man alles nicht überbewerten, aber für mich weiß ich: oh ha, kein Schutz, kein Filter… es ist wieder soweit. Und diese Phase nutze ich, so gut ich kann, ganz intensiv. Denn wenn kein Schutz oder Filter da ist, kann auch das Gute, das Schöne, das Wertvolle direkt einziehen. So versuche ich also dann, mich mit Dingen zu beschäftigen, die mir gut tun. Die mir wichtig sind. Die mich wachsen lassen. Achtsames Spazierengehen, Musik, bereichernde Literatur, tolle Gespräche… Das kann aber auch bedeuten, möglicherweise erscheint es dem ein oder anderen jetzt paradox, nochmal in Situationen reinzuspüren, die noch nicht ganz verarbeitet sind, wo ich noch Gedanken oder Emotionen loslassen möchte, wo ich noch Wut und Enttäuschung mit Dankbarkeit begegnen möchte. Ich nutze diese Phase besonderer Emotionalität. Für mich. So, wie es kann und möchte. Denn natürlich, hauen mich diese Phasen auch noch manchmal aus den Latschen und alles, was ich dann will, ist nichts. Oder schon gar nichts sinnvolles. Und das ist genauso gut. Weil ich das mittlerweile entscheiden kann. Weil ich achtsam mit mir bin und spüre, was ich brauche.

Völlig unverständlich sind für mich Kommentare wie: oh man, jetzt bist du schon wieder so emotional… Zum Glück habe ich so etwas schon lange nicht mehr gehört, kann mich aber noch sehr gut an Zeiten erinnern, ich denen weder ich noch mein Partner oder Freunde, Kenntnis oder Verständnis für Hochsensibilität hatten. Meistens hört man diese, wirklich bescheuerten Kommentare, als Frau, und ich bin mir sicher, da werdet ihr mir zustimmen, einmal im Monat, wenn Vorwürfe oder Kritik DOCH SOWIESO VOLLKOMMEN UNANGEBRACHT SIND.
Warum wird diese Emotionalität, diese offene Seele, dann nicht genutzt, um dem anderen SCHÖNE Dinge zu sagen? Um noch mehr Nähe und Intimität zu schaffen? Leidenschaftlich zu sein? Um Liebe zu leben?

Ich lebe meine Unabhängigkeit in diesen Phasen besonders. Umarme meine intensive Wahrnehmung, liebe meine Emotionen. Oder schlafe, gönne meiner Seele Ruhe und vertraue darauf, dass sie das auch alles wunderbar regelt, ohne die Anleitung meines Kopfes oder jetzt-weine-doch-bitte-nicht-schon-wieder Anweisungen von Außen. Wobei meine Wahrnehmung dann so geschärft ist, dass ein BITTE in diesem Satz, alles wieder gut macht.
Also, so schwer ist es doch nicht…

 

Wenn du es fühlst, ist es da. Und DA darf es sein! 

Deine Marlene

 

 

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