Autor: Marlene

Rücksichtslosigkeit

Rücksichtslosigkeit – du bist kein Opfer

Ich habe ein wenig Sorge, dass ich bei diesem Einstieg in den Artikel den Eindruck einer spießigen, frustrierten, Rasenkanten-mit-Nagelschere-schneidenen, zum-Lachen-in-den-Keller-gehenden Furie erwecke. Aber das Risiko gehe ich ein und ehrlich gesagt amüsiert mich dieses Bild. Vor allem aber, weil ich das alles überhaupt nicht bin.  Der Feind an meinem Fenster Es ist Sommer, meine Fenster neben meinem Schreibtisch sind immer offen. So auch die meiner Nachbarn und der Fahrradwerkstatt zwei Meter unter meinem Fenster. Ihr ahnt es… Vier junge, fetzige Menschen hören junge, fetzige Musik bei der Arbeit, in einer Lautstärke für junge, fetzige Ohren. Von morgens bis zum FeierABEND. Montag bis Samstag. Versteh ich das? Klar. Nervt es trotzdem: JA! Sehr sogar.    Rücksichtnahme ist cool Ich bin extrem darauf bedacht, niemandem durch mein Verhalten auf die Nerven zu gehen oder anderen zu schaden. Mein Gerechtigkeitsempfinden ist enorm und respektvolles Verhalten für mich eine Grundregel. Meine letzte Erkältung habe ich durchgehend UNTER der Bettdecke verbracht, um mein Husten und Niesen auf Zimmerlautstärke abzudämpfen. Ich weiß, ich weiß… Diese extreme Rücksichtnahme erwarte ich von niemandem, aber …

Selbstzweifel

Selbstzweifel? Mehr Kreativität, weniger Katastrophen

Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Wann hast du diesen Satz das letzte Mal gesagt oder gedacht? 
Mein Körper und meine Gedanken sind so ein gutes Team, dass ich allein, wenn ich dieses Satz „ich weiß nicht, ob ich das schaffe“ schreibe, weiche Knie bekomme, meine Schultern kraftlos nach vorne fallen und eine Welle der Unruhe durch meinen Körper schwappt. Keine positive Körperspannung trotz großer innerer Anspannung.  Dieser eine Satz, als Ausdruck von Selbstzweifeln, ist oft der Startschuss für die großen Katastrophenszenarien, bis nach wenigen Sekunden aus einer Frage eine ganz sichere Tatsache entwickelt hat. Nur im eigenen Kopf wohlgemerkt. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe → Ich werde es nicht schaffen!  Vielleicht gelingt es dir aber auch schon, diesen Gedanken sofort zu erkennen – denn oft rattert er auch einfach völlig unbemerkt durch den Kopf – und ihm ein „Natürlich schaffe ich das!“ entgegenzusetzen. Am besten noch mit einer kraftvollen körperlichen Geste. 


 Es gibt aber Situationen oder Phasen im Leben, in denen sich Mr. Selbstzweifel nicht so ohne Weiteres vom Acker macht und der Zuversicht …

online-gruppen

Online-Gruppen für Hochsensible. Hilft dir das Leid der anderen?

„… Jetzt sag ich es mal. Ich finde nicht, dass ihr alle so unglaublich schlau seid oder sensibel. Ihr seid in meinen Augen nur Memmen, die den ganzen Tag Mimimi machen und von jedem immer Verständnis wollt, aber selber nicht bereit seid welches zu geben. Immer nur jammern. Das nervt. …“ Beim Lesen dieses Beitrags in einer Facebook Gruppe für Hochsensible Menschen musste ich heute morgen, anders als die allgemeine Empörung der kommentierenden Gruppenmitglieder, sehr schmunzeln. Denn er trifft im Kern das, was auch ich über einige dieser Gruppen und Foren denke. Ich würde es sicher anders ausdrücken und sehe diese Thematik auch etwas differenzierter, aber ganz offensichtlich ist dort jemandem einfach mal der Kragen geplatzt. Zu Recht? 

 Hilft das Leid der anderen? 
 Gruppen und Foren gibt es online und offline zu jedem erdenklichen Thema und Problem. Das Bedürfnis, sich auszutauschen und Erfahrungen zu teilen, ist riesig. So weit, so gut. Das war schon immer so. Grüppchenbildung, sich irgendwo zugehörig zu fühlen, sich mitzuteilen ist nicht erst mit den Möglichkeiten des Internets als ein menschliches …

hochsensibel

Mal mehr, mal weniger hochsensibel?

(Hoch)Sensibel zu sein, bedeutet NICHT, dass sich diese tollen Menschen ununterbrochen wie ein überfordertes Häufchen Emotionselend durch die Welt schleppen. Ja, Überforderung spielt eine Rolle und Emotionen… oh ja… die gibts. Und das ist großartig!   Diese tolle Eigenschaft hochsensibler Menschen (eine, der vielen), besonders tief und mehr zu empfinden und intensiver auf Wahrnehmungen zu reagieren, muss nicht 24/7 gleichbleibend sein. Und ist es auch meist nicht. Ich spüre mittlerweile sehr genau, wenn meine Schleusen besonders weit offen stehen. Wenn keine Aufprallabsorbtionsschaummatten meine Seele schützen. Wenn… na ihr versteht schon. Und diese Empfindungsschwankungen sind vollkommen normal, weil so viele verschiedene Dinge, NATÜRLICH auch Hormone etc., Einfluss auf unser emotionales Erleben haben. Hochsensibel oder nicht. Bei mir beginnt diese Phase, die ein paar Stunden aber auch ein paar Tage gehen kann, oft durch noch intensivere Träume. Denn auch diese sind zwar immer, wenn ich sie erinnere, sehr lebhaft, aber in dieser Zeit nochmal besonders auf- und durchwühlend. Sollte man alles nicht überbewerten, aber für mich weiß ich: oh ha, kein Schutz, kein Filter… es ist wieder soweit. Und diese Phase nutze ich, …

jugendliebe, hochsensibel

Jugendliebe – wir sollten öfter wieder dreizehn sein

Eigentlich sammle ich gerade meine Gedanken zu einem anderen Thema, doch das Blatt ist noch ziemlich weiß, weil ich auf einmal wieder dreizehn bin und an meine Jugendliebe denke und das möchte ich kurz mit euch teilen. Übrigens bin ich ganz Ohr und Auge, für deine kleine Geschichte in den Kommentaren hier unten! Schöne Erlebnisse sollten geteilt werden!  Ich stehe in meiner Schule, meine Hand in der meines ersten Freundes, ein Blick, ein Kuss und so viel Gefühl, dass mir jetzt immer noch ganz warm wird. Denn nur darum ging es damals. Um das Gefühl. Ja, meinetwegen jugendliche Schwärmerei, beeinflusst von Äußerlichkeiten. Ja, meinetwegen Verwirrungen der Pubertät. Ja, kann man in dem Alter alles nicht so ernst nehmen, meinetwegen. Aber in dieser Zeit habe ich ausschließlich das gemacht, was mein Gefühl mir sagte. Ohne Umwege. Ich hab es gefühlt, also war es richtig. Und da. Und echt. Ruhe im Kopf. Party im Bauch. Und Ruhe im Kopf war auch damals für mich schon ein gewinnendes Argument. Keine Spur von zensierenden oder hinterfragenden Gedanken. Macht das Sinn? Passen …

Selbstwertgefühl, hochsensibel

Selbstwertgefühl! Meine Nerven gehören mir

Kennst du diesen Gedanken: Ich mag mich wirklich gern, ich achte auf mich, ich habe ein gesundes Selbstwertgefühl, ich bin in Balance – wenn nur die anderen Menschen nicht wären, die mir ständig Energie rauben und meine Nerven strapazieren! ?   Am Wochenende gab es wieder eine Atme-und-besinne-dich-auf-dein-Selbstwertgefühl-Situation, wie sie mir öfter mal begegnet oder erzählt wird. Hochsensibel oder nicht, wir kennen sie alle. Diese Menschen, die einfach nur schlechte Energie verbreiten und ein dummer, provozierender Spruch den nächsten jagt. Mein Therapeuten-und-Coach-Herz denkt natürlich: Was kann ich für dich tun? Warum steckt da soviel Wut und Frustration in dir? Mein Ich-bin-aber-auch-nur-ein-Mensch-Herz denkt: Sag was nettes oder sinnvolles oder halt die Fresse. Fresse sagt man nicht! Sag ich auch nicht öffentlich, aber in meinem Kopf gibts keine Zensur und dies war nunmal mein Gedanke. Und die Verwendung dieses Kraftausdrucks, der eigentlich gar nicht zu mir gehört, beschreibt genau, worum es geht. Meine Nerven werden durch das Verhalten anderer beansprucht. Das ist normal? Ja, stimmt. Aber ist nicht das auch genau das Problem? Wir sollten sowieso alle einfach respektvoller …

Tränen, Weinen, feinfühlen, hochsensibel

Hochsensible Tränen

Während ich diesen Artikel schreibe, singt Frank Sinatra „Guess i´ll hang my tears out to dry“. Ich finde das so zauberhaft. Mit den Suchwörtern Weinen und Tränen könnte man eine jahrelange Playlist erstellen. Und natürlich geht es in den meisten dieser Songs um traurige Tränen. Tränen mit traurigem Anlass. Denn, wenn auch nicht die Tränen, einen Grund dazu haben doch die meisten Menschen schon einmal erlebt. Liebeskummer, Einsamkeit, Verlusterfahrungen. Diese Tränen sind, zumindest in einem gewissen Rahmen – denn ein bisschen zusammenreißen kann man sich ja bitte dann schon noch – gesellschaftlich akzeptabel. Freudentränen, Tränen der Rührung oder des Mitgefühls sind schon ein wenig befremdlicher, und wer weint, weil er sich hilflos fühlt, wütend, überfordert oder erschöpft, hat endgültig die Kontrolle verloren. Ist nicht belastbar. Nicht zurechnungsfähig. Einfach schwach. Und psychisch wahrscheinlich auch nicht so ganz richtig. Und wenn die Tränen ohne nach Außen erkennbaren, plausiblen Anlass rollen, gibts wieder Überforderung. Aber diesmal auf der anderen Seite. Das Weinen in der Öffentlichkeit ist einfach unangemessen, so zumindest der allgemeine Konsens. Viele Menschen finden es würdelos, unpassend. Absurd, wenn …

ich-botschaften, Kommunikation, hochsensibel

Versuch´s doch mal mit einer Ich-Botschaft

Fehlende oder misslungene zwischenmenschliche Kommunikation, ist ein wichtiger Grund, warum jegliche Formen von Beziehungen scheitern oder schwierig sind. Und auch, wenn wahrscheinlich die meisten von uns irgendwann in der Schulzeit mal von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun, verschiedenen Ohren und Ebenen gehört haben, sind die Grundlagen für eine gelungene Kommunikation genauso auf mysteriöse Weise verschwunden, wie die Liste der chemischen Elemente.  Und das ist sehr schade, aber auch verständlich, denn ich war auch sehr enttäuscht, dass mein Lehrer so ein spannendes Thema, was mich endlich mal interessiert und vom hochsensibel-im-Klassenraum sein ablenkt, so furztrocken für uns aufbereitet hat. Denn auch wenn diese Thematik sehr umfangreich und vielschichtig ist, kann man schon mit einigen kleinen Veränderungen Großes bewirken. Harmonischere Beziehungen zum Beispiel. Und Herr Schneider hätte wirklich punkten können, wenn er Daniel erklärt hätte, wie es mit Claudi klappt oder wie Tim und Holger ihre ewigen – den Unterricht störenden – Streitereien in den Griff kriegen können. Aber gut…    Eine kleine, aber FEINE Kommunikationsregel möchte ich dir heute mitgeben. Mehr Ich-Botschaften, weniger Du-Botschaften. Denn es erstaunt mich …

fomo

FOMO oder JOMO

Jetzt ist sie völlig verrückt geworden?! Nein. Diese Akronyme, insbesondere FOMO, sind tatsächlich seit einigen Jahren in vieler Munde. Die längst überfällige Antwort darauf ist JOMO – für das ich hier ein bißchen Werbung machen möchte. FOMO Fear of missing out. Das Gefühl, oder etwas dramatischer, die Angst, etwas zu verpassen. Es ist nicht nur ein Jugendphänomen und existiert nicht erst dank Social Media. 
Auch Marianne hat sich 1983 schon, mit der Alles-ist-so-toll-und aufregend-hier-Postkarte aus Tahiti von der Nachbarin, in eine stille Ecke verzogen, um laut zu seufzen oder sogar eine Träne zu vergießen. Verpasse ich etwas? Hier, in meinem kleinen Leben, in dem großen Haus, mit Herbert?


Marianne hat FOMO. Fear of missing out… Ich hatte spätestens 1995 das erste Mal FOMO, als meine Mutter es für keine Spitzenidee hielt, mich auf der angesagtesten, krassesten Party eines Schulkameraden mittanzen zu lassen. Wobei 14,15,16 Jährige nach einer Flasche Saurer Apfel sowieso eher nicht mehr so viel tanzen.   Heute sind es nicht mehr die Postkarten und nicht nur die Erzählungen der anderen am nächsten Tag, die dieses …

Erkältung

Erkältung? Dann liegts an deiner Einstellung

Der Frühling scharrt schon mit den Hufen und doch ist auch immer noch Erkältungszeit. Ich geb ja eher selten öffentlich Gesundheitstipps (sowas wie: bei Erkältung mit Zwiebeln in den Socken schlafen), aber für Herz und Kopf hab ich eigentlich immer einen guten parat. Und damit ist doch auch dem Körper geholfen, oder nicht?!   Beim Instagram-Story schmökern gestern Abend, habe ich einer stark erkälteten und sichtbar erschöpften, aber durchaus hübschen Frau ins Gesicht geschaut und mit großen Augen und noch größeren What the Fuck- Gedanken ihrer Message gelauscht.  Denn es gab kein Hustentee-und-Buch Bild aus dem Bett, mit weißer Bettwäsche und Blumen im Hintergrund auf dem perfekten Nachtschrank, wie sonst typischerweise bei einer Instagram-Erkältung. Das erfreut ja aber zumindest noch mein ästhetisches, grauliebendes Auge. Also nicht aufhören… Nein. Mir wurde, offensichtlich mit hämmernden Kopfschmerzen, erzählt, wie froh und dankbar sie sei, dass ihr durch die Erkältung vom Universum aufgezeigt wurde, an welchen Stellen sie noch an sich und ihren Einstellungen, Gedanken-und Verhaltensmustern arbeiten muss. Die Themen – die zu der Erkältung geführt haben, ja nee, is klar – sind aber bald …