Leben
Kommentare 1

Freiheit! Frei hei hei hei heeit!

Spree

November. Sonntag. Grau. Nass. Ein wunderschöner Regentag in Berlin. Bei solch einem Wetter muss ich einfach rausgehen. Ich finde es herrlich, wenn mir die Regentropfen von der Oberlippe perlen (das wußte auch schon Kim Frank von „Echt“. Die Band, weißt du?!). Wenn man die Kapuze festgezogen hat und nur das Klopfen der Tropfen hört. Wie im Zelt. Wobei ich bei einem Campingausflug dann doch eher heiteres Wetter bevorzuge. Alle Geräusche sind gedämpft, die meisten Menschen schlafen noch oder sitzen beim Sonntagsfrühstück mit Ei.
Ich spaziere die Spree entlang und atme tief. Dieses frische Gefühl auf den Wangen, so lebendig. Mein Kopf liegt entweder noch zu Hause in meinem Bett oder meint es heute besonders gut mit mir. Ich denke nicht nach, keine „was ist, wenn…“ Gedanken. Ich fühle mich frei. Angstfrei.

Am Ufer liegt ein kleines Schiffchen. An Bord bereits eine fröhliche kleine Gesellschaft, denen das Wetter wohl auch eher gute Laune bereitet. Möglicherweise ist dafür auch das ein oder andere Sektchen am Sonntag morgen verantwortlich, man weiß es nicht. Aber ein Gläschen in Ehren und so…nunja.
Jedenfalls haben sie alle auf den 2 Holzbänkchen Platz genommen und warten scheinbar noch auf etwas oder jemanden. Vielleicht musste einer noch schnell aufs Klo.

In dem Moment schießt mir ein Gedanke in den Kopf (wohl doch nicht im Bett geblieben) und ein Gefühl in den Körper. Der Gedanke sagt: „Ach wie schön, hätt` ich jetzt auch Lust zu.“ Das Gefühl sagt: „auf gar keinen Fall!“ Da sich mein Kopf immer recht schnell überzeugen lässt, zumindest wenn es um Stresssituationen geht, wird mir dann auch recht schnell klar warum.
Die Vorstellung jetzt zu der Gruppe steigen zu müssen, erzeugt ein unangenehmes Druckgefühl. Natürlich hat das Kopfkino auch spontan eine große Vorstellung: „Oh nein, und was wenn es mir nicht gut geht. Es warten doch alle. Wir können doch nicht einfach irgendwo anlegen. Ich muss jetzt sicher mindestens 2 Stunden auf dem Boot bleiben. Was, wenn ich aufs Klo muss.“ Klassiker.

Ich bleibe kurz stehen, lächle der Meute zu und wünsche eine schöne Fahrt. Ahoi! Dann setze ich meinen Spaziergang fort, denn ich MUSS ja nicht mitfahren. Und ich MUSS auch in Zukunft nicht mitfahren. Jedenfalls nicht, wenn ich es nicht will.

Soviel hab ich schon gelernt – ich MUSS gar nichts!

Wenn man diesen Schritt schon geschafft hat, und sich bewusst machen kann, dass man eigentlich nichts machen muss, was einem ein schlechtes Gefühl bereitet, dass wir selbst entscheiden, ist man schon weit gekommen.
Merke: mir ist klar, dass es Situationen gibt, die ich bewältigen muss auch wenn sie schwierig für mich sind! In einem Rahmen, den man aushalten kann, ist das auch sicher gut. Oft kann man auch aus solchen Situationen wunderbare Erfolgserlebnisse ziehen.

Manchmal macht mich aber eine solche Situation auch immer noch wütend und traurig. Weil ich nicht möchte, dass mich irgendetwas einschränkt. Nichts.. Ich möchte alles ausprobieren, überall dabei sein, alles erleben, ohne Ängste, Nervosität oder Bauchgrummeln.

Ich will vollkommene Freiheit. In mir. In meinen Gedanken. In meinem Körper. Unbedingt und für immer!

In dieser heutigen Zeit stehen uns alle Türen offen. Im Prinzip geht alles. Und manchmal scheint es mir, als könnten auch alle alles. Und ich meine nicht das Geistige können. Oh nein, das meine ich nicht. Ich meine, dass alle irgendwie Angstfrei sind. Manno! Aber das stimmt natürlich nicht. Und selbst wenn es so wäre…who the fuck cares? Ich bin keine gescheiterte Persönlichkeit, weil mir manche Situationen inneren Stress bereiten. Ich bin nunmal sensibel. Ich spüre was, was du nicht spürst!
Es gibt bestimmt Menschen, die diese vollkommene innere Freiheit in sich spüren. Die vor nichts und niemandem Angst haben. Nervosität nicht kennen. Sich keine Gedanken machen. Kein Kopfkino haben. Na gut, dass Kino haben sie vielleicht, aber es laufen andere Filme.

Manchmal wünsche ich mir nichts sehnlicher auf der Welt, als anders zu sein. Innen. Frei halt! Doch ein leises, klitzekleines, zartes Gefühl sagt mir eins immer wieder: Leni, du bist genauso gut, wie du bist. Das gehört alles zu dir. Und du bist stark. Mit einer vollkommenen inneren Freiheit (die es ja vielleicht eh nur in meiner Vorstellung gibt) würden auch Eigenschaften verloren gehen, die ich mag. Die ich an mir mag, die andere an mir mögen, die mir wichtig sind. Jawohl!

Und es gibt ja Momente, in denen ich diese Freiheit spüre. In denen ich mich so frei fühle, dass ich vor Glück weine. Und mir die Tränen von der Lippe perlen (das war jetzt wieder „Echt“).
Jetzt zum Beispiel. Sonntagmorgen. Regenwetter. Spaziergang.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr eure eigenen kleinen Freiheitsglücksmomente findet.

I´ ve been looking for freedom!

Mehr Sonntagsschnack? Gerne! 

1 Kommentare

  1. Pingback: Teile deine Freude! Mit wem, warum - ich sag´s dir - feinFÜHLEN

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *