Leben
Schreibe einen Kommentar

Mensch ärgere dich richtig!

ärgere dich nicht

Jetzt ärger dich doch nicht so darüber! 
ICH ÄRGERE MICH JA GAR NICHT!

Kennste…?

Es gibt so einige Situationen, in denen ein Ratschlag auch ein Schlag ist und alles andere als hilfreich. Deshalb versuche ich es mal anders.
Ich möchte dir gern sagen: ärgere dich! Das ist wichtig. Und triff dann eine Entscheidung! 

Ärger, Wut, Empörung… Emotionen mit richtig viel Energie. Und weil es sich für viele von uns sicher recht cool anfühlt, so viel Energie in uns zu spüren, MÜSSEN wir uns einfach manchmal richtig aufregen. Ahhhhh, mal so richtig nen Rappel kriegen und alles rauslassen. Und das darf auch unbedingt sein (solange niemand Schaden nimmt – bitte!).

Ein bisschen anders ist die Sache allerdings, wenn wir den Ärger dann nicht loslassen. Oder er gar keinen Ausdruck findet, aber dennoch still aber stetig brodelt.

Es heisst: Ich ärgere mich. Ich ärgere MICH. Und warum bloß sollten wir das tun?

Ich ärgere mich heisst doch also auch:
Ich schade mir!

Also den Ärger runterschlucken? Oh nein. Das ist generell nicht der NACHHALTIG richtige Weg, wenn es um Emotionen geht. Das ist ja sowieso so ein Ding, was mich an diesem Happy Happy Coachingtsunami schaudern lässt. Emotionen kann man nicht – nochmal – NACHHALTIG runterschlucken, wegdrücken, ignorieren. Ohne das jetzt weiter auszuführen, nur dies: wie fühlst du dich denn, wenn du weggedrückt und ignoriert wirst?



Das heisst aber nicht, dass du deinen Chefposten abgeben musst. solltest. darfst. Du entscheidest immer noch, wie lang und wie viel Aufmerksamkeit und Energie du deinen Emotionen schenkst. Denn ich hab überhaupt nichts gegen Happy Happy. Aber ich finds immer irgendwie geiler, wenn jemand im Licht glänzen kann ohne dass dafür einer hinten runterfällt. Ähm… na, ich bin sicher du verstehst. Sprichwort Skills sind in Arbeit, versprochen.

Zurück zum Ärger



Es heisst: 15 Sekunden Ärger sind Reflex und damit völlig ok. Danach allerdings entscheidest du dich, dich zu ärgern. Oder es eben zu lassen. 

Seitdem ich diese Theorie aufgeschnappt habe, denke ich tatsächlich ganz oft daran. Und es ist wirklich so: Die Emotion braust kurz auf und dann feuern aber die Gedanken: wie kann der nur?, wieso macht man denn sowas?, ich würde niemals…  

Dabei mach ich mir bewusst: ich ärgere MICH (ich schade mir!) über etwas, was er/sie/es getan hat. Das macht einfach keinen Sinn!

Versuch doch das nächste Mal – und ich bin mir sicher, es gibt ein nächstes Mal – an diese 15 Sekunden Theorie zu denken. 

Manchmal entscheide ich mich auch, trotz oder gerade wegen dieser Theorie, mich zu ärgern. Weil es eben machmal einfach nicht anders geht. Oder weil ich es eben gerade nicht anders WILL. Aber das ist dann mittlerweile eher eine Zigarette und n Schnaps als eine Woche Kneipe. Im übertragenen Sinne…bezüglich des Schadens…

Auch lustig und schon getestet: stell dir einen Timer. Denn schon nach 15 Sekunden die weiße Fahne zu schwenken ist schon meisterlich. Ich werde mich jetzt noch weitere 3 Minuten ärgern und dann lass ich los. Funktioniert. Schon allein, weil es so absurd ist. Aber nicht Snoozen!

 

Ärger, besonders wenn er lange brodelt, ist ein innerer ungelöster Konflikt. Der IST Zustand passt nicht, rein gar nicht mit dem SOLL Zustand überein. Konkret: dir geht da mächtig was gegen den Strich. Na gut, noch ein bisschen konkreter: Wieso tut er/sie/es nicht, was ich will? 

Wirklich interessant ist es, sich einmal anzuschauen, welche Gedanken, Überzeugungen oder Mechanismen darunter liegen und deine Wut von innen triggern. Bei mir ist es zum Beispiel oft ganz klar mein Gerechtigkeitsempfinden. Das ist extrem hoch. Schon besser, aber immer noch aufmüpfig manchmal. Und der Umgang mit respektlosem Verhalten. Puhhh… eins, zwei, drei, vier, fünf… ok. Und und und.

Wir reagieren mit unseren gesamten Erfahrungen und Erlebnissen, die wir bis zu diesem Zeitpunkt gemacht haben. Wir reagieren eben so, wie wir sind.



Zusätzlich spielt natürlich und zum Glück nicht nur unsere emotionale Vergangenheit eine Rolle, sondern auch der aktuelle Moment. Wie geht es uns in dem Moment, wenn mal wieder irgendein Depp durch unser Leben trampelt? Wie stabil sind wir? Wie angreifbar?
Es macht also wirklich Sinn, sich regelmäßig um sich und das eigene Stresslevel zu kümmern. Nicht um aufkommende Emotionen zu ignorieren, sondern ganz im Gegenteil: sie wahrzunehmen ohne sich von ihnen die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Eins noch: sollte sich der Ärger nicht lösen und du die Chance hast: sprich es an. Ohne aus einem ich ärgere MICH ein ich ärgere DICH zu machen. Aber es kann sein, dass der Verursacher gar nicht weiß, dass er einer ist und bestimmt auch keiner sein will.  

Schau auch gern mal dazu hier, denn höchstwahrscheinlich war es gar keine böse Absicht.


Sei es dir wert,

dich nicht (länger als 15 Sekunden) zu ärgern.

 

 

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *